Wie man mit Kritik von Probelesern umgeht!

Gerade in der heutigen Zeit, wo man sich ja vor allem durch soziale Medien angreifbar macht und generell ein größerer Drang sich mit anderen zu vergleichen in der Gesellschaft vorherrscht. Doch davon abgesehen ist man wohl ständig mit Kritik konfrontiert – auf der Arbeit, in der Schule, mit Freunden und der Familie. Und kritisiert wird von der Leistung bis zur eigenen Meinung wohl alles.

Wir sind von sehr viel mehr Kritik umgeben als wir vielleicht zunächst merken, denn manche Leute formulieren sie einfach sehr viel subtiler, während andere sie einem quasi direkt ins Gesicht werfen. Manchmal wollen wir das gar nicht, manchmal schon – und in beiden Fällen tun wir uns hin und wieder schwer damit umzugehen.

Was also tun, wenn man Kritik bekommt und nicht damit umgehen kann?

Ich will mit euch heute ganz speziell über Kritik von Lesern reden – und zwar von Probelesern. Denn hier ist es, wie ich finde, von ganz besonderer Relevanz, sich nicht angegriffen zu fühlen, die Kritik aber auch nicht zu ignorieren. Man muss auf einem schmalen Grad balancieren wie auf einem Drahtseil und das ist nicht immer leicht. Daher will ich euch heute ein kleines Schema mit an die Hand geben.

1. Kritik in Kategorien sortieren

2. Lesen, verarbeiten und davon distanzieren

3. Erneutes Lesen und Hervorheben der eigentlichen Kritikpunkte

4. Kritik nach Relevanz sortieren

5. Umsetzen

Bevor es mit dem Thema weitergeht: Wisst ihr überhaupt schon wie ihr an Probeleser kommt? Klickt *hier* und ihr kommt zu einem Artikel, bei dem ihr genau das erfahrt!

Und jetzt los!

1. Kritik in Kategorien sortieren: Von Probelesern können wirklich die verschiedensten Dinge kritisiert werden. Der Schreibstil, die Charaktere, das Worldbuilding, bestimmte Konstellationen oder nur einzelne Szenen. Da ist es immer ein wenig schwierig den Überblick zu behalten und nicht in einer Flut an Informationen unterzugehen. Deshalb sorge ich hier gerne schon ganz zu Beginn vor: meine Probeleser erhalten immer einen Fragebogen, den sie ausfüllen dürfen. Das gibt ihnen Anhaltspunkte und ich finde mich sofort schnell zurecht und kann dann, während ich meine Texte noch einmal überarbeite, einfach Thema für Thema abgehen und springe nicht wahllos von einem zum nächsten und dann doch wieder zurück. Kleiner Tipp: Wenn ihr jetzt zum Beispiel alle Punkte zum Protagonisten beisammen habt, solltet ihr trotzdem farblich (oder sonst irgendwie) markieren, welcher Punkt von welchem eurer Probeleser ist. Das wird vor allem später relevant, dazu komme ich noch, aber allgemein ist es für mich auch eine gute Übersicht.

2. Lesen, verarbeiten und distanzieren: Ich finde das hier ist der wichtigste Punkt, um nicht verletzt zu werden und die Kritik als nichts persönliches zu nehmen. Denn immerhin sind unsere Werke etwas sehr persönliches und, ja, manchmal verletzt es uns, wenn jemand viel oder aber auch nur wenig daran auszusetzen hat. Deshalb finde ich persönlich es ziemlich gut mir die Kritik erst einmal in Ruhe durchzulesen, kurz aber nicht wirklich intensiv darüber nachzudenken – und dann schließe ich meine Dokumente und beschäftige mich mit etwas anderem. Und damit meine ich nicht für die nächsten zwei Stunden, nein, sondern für einige Tage oder sogar Wochen. Das kommt ganz drauf an wie gut ich die Kritik verdaue und wie viel Zeit ich noch habe. Denn ist man emotional, kann man eh nicht wirklich sinnvoll mit der Kritik arbeiten und verletzt sich dabei auch noch selbst. Hier müsst ihr jetzt einfach rausfinden wie lange ihr Abstand braucht und mit der Zeit wird das vermutlich auch weniger werden. Orientiert euch grob daran, dass ihr erst weitermachen solltet, wenn ihr nicht mehr über die Kritik nachdenkt beziehungsweise zumindest keine negativen Gefühle diesbezüglich mehr habt.

3. Erneutes Lesen und Hervorheben der eigentlichen Kritikpunkte: Jetzt solltet ihr euch die Kritik noch einmal durchlesen und im Grunde genommen nur zusammenfassen. Schreibt euch am besten die Kernaussagen heraus und markiert euch dann auch wieder von wem diese stammen. Falls (hoffentlich!) manche Punkte mehrmals auftauchen, solltet ihr sie vermutlich nur einmal auflisten, aber in Klammern dahinter oder davor setzen, von wem sie kommen – oder zumindest von wie vielen Personen. Auch hier: das wird gleich noch relevant.

4. Kritik nach Relevanz sortieren: Jetzt wird es wichtig! Also…. noch wichtiger. Denn um zu wissen welche Teile der Kritik ihr umsetzen solltet, gerade wenn es viel war, müsst ihr ein wenig auf die Relevanz achten. Ganz generell ist das natürlich eine relativ individuelle Sache – stören sich Probeleser zum Beispiel an dem Namen eurer Fantasy Welt, so müsst ihr letztlich wissen, ob er euch persönlich nicht am besten gefällt und ihr ihn nicht lieber unverändert lassen wollt. Aber es gibt ein paar Punkte, dir ihr beachten solltet: Häufigkeit und die Übereinstimmung mit eurer Meinung. Das heißt also, wenn 8/10 Probelesern eine ganz bestimmte Sache kritisieren, dann solltet ihr wirklich ernsthaft darüber nachdenken hier nochmal ein wenig an eurem Werk zu feilen und das auch wenn ihr die Kritik an dieser Stelle nicht so ganz versteht. Setzt euch zumindest noch einmal damit auseinander. Wenn aber nur einer von vielen eine Sache kritisiert, die euch dann auch noch super irrelevant erscheint, müsst ihr das nicht unbedingt ausbessern – ihr werdet es nie jedem Recht machen können. Und wo spielt eure Meinung eine Rolle? Wenn ihr euch bei manchen Dingen unsicher wart und diese dann auch noch kritisiert werden, solltet ihr euch auch hiermit noch einmal intensiv befassen!

5. Umsetzen: leicht gesagt und leicht getan, auch wenn es vermutlich sehr zeitaufwändig sein kann. Ihr habt euch entschieden was ihr ändern wollt – jetzt müsst ihr es nur noch umsetzen. Und dann seid ihr auch schon fertig!

Wichtig: Kritikfähigkeit kann man erlernen. Dabei ist es ganz egal, wie schwer es einem zu Beginn fällt. Man sollte sich einige Strategien zurechtlegen, um sich nicht angegriffen zu fühlen, aber immer mal wieder drauf achten, ob man jetzt komplett abblockt oder eben rational mit der Kritik umgeht. Es wird jedes Mal ein bisschen leichter, Übung macht den Meister und mit der Zeit werdet ihr nicht nur bei euren Büchern kritikfähiger, sondern auch überall sonst. Andersrum könnt ihr das mit der Kritik natürlich auch in eurem persönlichen Umfeld üben und auf die Bücher übertragen.

Und jetzt: fröhliches Üben 😀

– Mia (Halo)

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s