Wieso man als Autor seine eigenen Interessen in seinem Werk verbauen sollte!

Jedes Werk eines Autors ist doch irgendwo auch ein Stück seiner Persönlichkeit, oder nicht? Es lebt von seinen Ideen, seinen Vorstellungen und Werten, vielleicht von Erfahrungen, Träumen und Wünschen und natürlich auch von seinem ganz eigenen Stil.

Doch dann habe ich in letzter Zeit irgendwie sehr, sehr oft gelesen, dass man persönliche Erfahrungen von seinen Werken trennen soll, dass man seine Bücher nicht zu persönlich schreiben soll und auch keine Menschen, die man wirklich kennt, als Inspiration für seine Charaktere zu nehmen. Okay, wow- bin ich denn die einzige für die das total seltsam und absurd klingt? Ich will nicht sagen falsch, denn auch dieser Ansatz hat sicher seine Berechtigung… auch wenn ich das nicht wirklich nachvollziehen kann. Hier besteht wohl Diskussionspotential, also bitte: fühlt euch frei zu kommentieren und eure Meinung preiszugeben!

Um euch das nun auch nicht zu verwehren: wieso man denn möglichst wenig Persönlichkeit in sein Werk bringen soll hat eine ganze Vielzahl an Gründen. Zum Beispiel könnte man so Bekannte und Verwandte kränken, wenn man deutlich macht, dass sie als Inspiration dienten, aber der Charakter ihnen in irgendeiner Form unangenehm und überspitzt erscheint. Außerdem ist man wohl weniger auf seine Recherche konzentriert, wenn man von seinen Erfahrungen ausgeht, und das beeinträchtigt stark die Qualität des finalen Werkes.

Aber… Leute… Authentizität! Es gibt doch nichts schöneres als von bekannten Dingen zu schreiben, eben weil man sich auskennt und weniger Recherchieren muss und weil es gerade durch eigene Erfahrungen so viel realistischer und authentischer wird und ihr auch eure Charaktere so viel besser versteht wenn ihr wisst was sie gerade durchleben.

Aber genug hiervon. Jetzt geht’s los:

Wieso man als Autor seine eigenen Interessen in seinem Werk verbauen sollte!

1. Recherche

2. Authentizität

3. Leidenschaft

Fangen wir direkt mal mit dem ersten Punkt an: Recherche! Das habe ich vorhin schon einmal in einer kurzen Form erwähnt. Wir fassen hier „eigene Interessen“ ein bisschen großzügig auf. Aber wieso sollte ich einen Roman schreiben, der irgendwo in Amerika spielt, wenn ich doch eigentlich aus Deutschland komme und mich in Deutschland auskenne? Ich weiß vieles über die Kultur und Regeln und Gesetze, das ich für Amerika mühsam recherchieren müsste (bzw. vermutlich für ein gutes Ergebnis sogar selbst erleben müsste!). Natürlich heißt das aber nicht, dass man überhaupt nichts mehr recherchieren muss. Ich komme aus Bayern, aber will mein Roman irgendwo in Hamburg spielen…. ja, das erfordert noch immer Recherche. Aber dennoch sind viele Dinge einfach schon durch meine Erfahrungen gegeben.

Und der zweite Punkt: Authentizität. Auch den habe ich schon grob angerissen (grob und leidenschaftlich :D), aber er ist eben so wichtig. Wieso nicht eine persönliche Erfahrung an das entsprechende Setting anpassen und dann quasi genauso hinschreiben wie es auch passiert ist? Klar kann man das nicht bei einem ganzen Roman so machen, aber ich finde alleine eine Szene, die man so richtig richtig nachvollziehen kann, weil man sie ja durchlebt hat, macht das Schreiben insgesamt sehr viel leichter und lebhafter. Generell hilft es ja auch viel, sich zu fragen wie man sich selbst in einer ähnlichen Situation gefühlt hat. Ihr schreibt einen Liebesroman und die Protagonistin wird das erste Mal geküsst? Wie habt ihr euch denn dabei gefühlt? Das gibt dem Ganzen meiner Meinung nach einfach so viel mehr Echtheit und die Individualität der handelnden Charaktere kann man ja trotzdem beachten.

Last but not least: Leidenschaft. Weil ihr beim Schreiben Spaß haben sollt! Ich zum Beispiel bin total fasziniert von Engeln und von dem normalen Bild, das man von Engeln nunmal hat. Sie sind gut und gottestreu und tun was sie tun sollen. Aber… in meinem Kopf waren Engel schon immer „Gottes Krieger“. Der Gedanke hat mich einfach nicht mehr losgelassen: was wenn Engel gar nicht so gut sind wie wir denken? Sondern viel eher menschlich und fehlerhaft und facettenreich? Und aus diesem kleinen Gedanken heraus entstand mein Debütroman „Schwarze Federn“. Einerseits hatte ich von Anfang an super viel Input und Ideen, weil ich mich ja gedanklich schon sehr viel mit dem Thema befasst habe (und übrigens auch schon viel Recherche betrieben habe :D) und andererseits hat mich Schwarze Federn nie mehr losgelassen und ich konnte quasi nicht aufhören es zu schreiben, denn das Thema hat mich davon unabhängig einfach super interessiert und es lag mir richtig am Herzen.

Ja! Ihr solltet eure Leidenschaften und Erfahrungen in eure Werke mit einfließen lassen. So spart ihr euch wertvolle Zeit, die eigentlich bei der Recherche draufgehen sollte, verleiht eurem Buch einiges mehr an Realismus und Leben und außerdem bleibt ihr so sehr viel leichter am Ball, weil ihr selbst sehr viel Spaß beim Schreiben und Plotten habt. Yay!

Inwiefern sind eure Werke etwas sehr persönliches für euch? Schreibt es gerne in die Kommentare!

– Mia (Halo)

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