Den richtigen Titel für dein Buch finden

Wie leicht fällt es dir, einen passenden Titel für dein Manuskript zu finden? Hin und wieder habe ich das Gefühl, dass die Gemeinschaft der Autoren sich in zwei Lager spaltet: Die Titelfinder und die Titeljäger. Die Titelfinder haben den perfekten Titel oft schon in den ersten Schritten des Schreibprozesses, oder noch besser, der Titel ist ihnen eines Nachts gekommen, woraus die dazugehörige Geschichte entstanden ist. Im Gegensatz dazu tun sich die Titeljäger um einiges schwerer: Nach mehreren Überarbeitungsprozessen haben sie den perfekten Titel immer noch nicht, und langsam machen sie sich Sorgen, was aus dem Buch werden soll ohne Titel. Dieser Artikel soll den Titeljägern dabei helfen, den perfekten Titel schneller zu finden.

Im Idealfall hast du schon einen Arbeitstitel, der so blöd klingen kann wie nur möglich, Hauptsache es ist ein Wort, mit dem du dich auf dein Manuskript beziehen kannst. Sei es der Name der Hauptperson oder das Thema des Buchs, alles ist recht. Du musst auch nicht auf Biegen und Brechen versuchen, den perfekten Arbeitstitel zu finden, in der Hoffnung, dass sich daraus der finale Titel ableiten lässt – der richtige Titel braucht Zeit, so wie jede gute Idee. Selbst einem Verlag reicht der Arbeitstitel – im Notfall setzen sich die Lektoren mit dir hin und helfen dir bei der Auswahl eines richtigen Titels.

Wenn du aber davor schon den richtigen Titel jagen willst, habe ich hier 4 Tipps, wie du das anstellen kannst.

  1. Von anderen Büchern inspirieren lassen: Schau durch dein Bücherregal oder durch einen Buchkatalog und betrachte die Titel genau. Dir wird ein Muster auffallen; im Bereich Jugendroman zum Beispiel ist das Muster “Ein [Nomen] aus [Nomen] und [Nomen]” beliebt, bei Thrillern ein einziges Wort oder ein Personentitel, wie “Der Fahrer” oder “Die Nanny”. Außerdem kannst du dir darüber Gedanken machen, ob du einen englischen oder einen deutschen Titel willst – heute ist alles möglich, sogar ein Gemisch aus beidem, zum Beispiel Englisch im Obertitel und Deutsch im Untertitel. Wo wir schon beim Thema wären: Wie stehst du zu Ober- und Untertiteln? Braucht dein Buch die Trennung oder reicht ein Titel? Das alles kannst du überlegen, während du die bereits existierenden Titel musterst.
  2. Brainstorming: Jetzt ist dein Gehirn gefragt: Mach dir am besten eine Mindmap auf einem Blatt Papier, während du die Themen, die in deinem Buch vorkommen, auflistest. Seien das Überbegriffe wie “Freunde”, “Tod”, “Schatzsuche”, Ortsnamen, Personennamen, die Epoche, Assoziationen – lass deiner Fantasie freien Lauf. Am Ende solltest du gut mehrere Dutzend Begriffe haben, mit denen du arbeiten kannst. Such dir die schönsten raus und versuche, sie miteinander zu kombinieren, gern auch in verschiedenen Mustern, die du bei anderen Büchern findest, wie im ersten Tipp beschrieben. Vielleicht stößt du auf diesem Weg auf den richtigen Titel.
  3. Generator: Sollte das trotzdem nichts gebracht haben, darfst du die Technologie für dich arbeiten lassen. Rufe einen Titelgenerator auf (zum Beispiel https://www.buchtitelgenerator.de/index.php, es gibt aber noch zahlreiche andere, auch englische Generator können dir weiterhelfen.) und klicke dich durch die Beispiele. Bei manchen kann man die Wörter sogar selbst eingeben, da kannst du die Mindmap wieder einsetzen, die du im zweiten Tipp erstellt hast.
  4. Andere Leute: Solltest du immer noch verzweifeln, frage deine Betaleser um Rat. Sie bringen oftmals neuen Wind ins Spiel. Zeige ihnen die Ideen, die du bereits hast, oder frage sie, ob sie vielleicht selbst eine Titelidee haben. Den Titel meines Romans “Tales of Death” habe ich dank meiner Betaleserin Sara gefunden. Eine lange Zeit habe ich ihn als #TOD bezeichnet, weil es darin um den menschlich gewordenen Tod geht und der Arbeitstitel daher einfach naheliegend war. Dann haben wir uns Gedanken darüber gemacht, was wäre, wenn der richtige Titel abgekürzt TOD ergeben würde – das wäre richtig cool, aber es hat sich als sehr schwer erwiesen. Einen ganzen Abend lang haben wir die Wörter herumgedreht. Von “Thron ohne Dauer” über “Tosender Oger Donner” bis hin zu “Toll oder dämlich” war alles dabei, aber nichts hat gepasst – auch wenn es Spaß gemacht hat. Und dann, in der Nacht, hatte Sara die Idee und es mir gleich auf Whatsapp geschrieben, im Halbschlaf: “Ich weiß, dass du zwar gegen englische Titel bist, aber wie wäre es mit (the/a) tale(s) of Death?” Das war am 23. Mai 2019. Zwei Jahre davor habe ich das Buch angefangen zu schreiben.

Einen Haken gibt es allerdings noch, nachdem du den richtigen Titel gefunden hast; du musst schauen, ob es ihn nicht schon gibt. Das kannst du auf dieser Website tun, wo alle offiziellen Bücher aufgelistet sind – gibt es wirklich schon ein Buch mit diesem Titel, musst du ihn ändern. Wenn er aber so perfekt ist, dass es keine Alternative gibst, hast du immer noch die Möglichkeit, ihm einen Untertitel zu geben.

Allgemein gilt: der Titel ist erst in Stein gemeißelt, wenn das Buch im Druck ist. Also mach dir keinen Stress!

Jetzt bist du dran: Hast du eine erinnerungswürdige Geschichte parat, wie einer deiner Buchtitel entstanden ist? Lass uns doch gern daran teilhaben!

  • Eileen

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