Der perfekte Name für meinen Charakter

Es gibt mindestens genauso viele verschiedene Vorgehensweisen beim Schreiben wie es Menschen auf dieser Welt gibt. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn dem einen Autoren Charakternamen ohne Weiteres zufliegen, während sich jemand anderes monatelang mit der Suche herumschlägt, bis er den passenden Namen für seine Lieblinge findet. Manche brechen die Suche auch frühzeitig ab und nehmen einfach irgendeinen Namen oder sogar beliebige Platzhalter wie X oder Y, damit sie endlich zu schreiben beginnen können – immerhin kann man den Namen später mit einem Mausklick ersetzen, wenn man einen geeigneten gefunden hat. Allerdings kommt diese Methode für viele Autoren nicht infrage, da die Namen für sie, sobald einmal gewählt, fix sein müssen – wie bei richtigen Menschen, die man auch nicht einfach so umbenennen kann.

Es gibt mehrere Tricks, wie man die Suche nach dem passenden Namen beschleunigen kann. Es lohnt sich, sie alle einmal auszuprobieren, wenn du willst, sogar öfter, denn vielleicht stolperst du dabei über Namen, die du zwar nicht unmittelbar einsetzen kannst, du dir aber für die Zukunft aufheben willst.

1. Die End Credits von Filmen

Bei der Produktion von Filmen sind hunderte von Menschen beteiligt, wenn nicht sogar tausende. Alle stammen aus verschiedenen ethnischen und religiösen Hintergründen, sodass man eine bunte Mischung an Namensvorschlägen erhält. Nimm dir Stift und Papier und greife zu deinem Fernseher/Handy. Skippe auf Netflix oder Amazon Prime – oder auf einer DVD, sowas gibt es auch noch!  – zum Abspann vor.

2. Danksagungen von Büchern

Ähnlich wie Punkt Eins tauchen am Ende von Büchern viele Namen auf. Besonders die Autoren mit ewig langen Danksagungen wie Diana Gabaldon, Sarah J Maas oder Christopher Paolini liefern eine weite Bandbreite von unterschiedlichen Namen. Besonders bei finalen Bänden einer Reihe neigen die Autoren dazu, allen Menschen in ihrem Leben zu danken und sie einzeln aufzuzählen – danke!

3. Namenslisten

Dank des fast allwissenden Internets wird man nach einer Google oder Ecosia Suche überschüttet mit Namensvorschlägen. Namenlisten eignen sich besonders dann, wenn man den Hintergrund des Charakters kennt, zum Beispiel sein Herkunftsland, die Religion seiner Eltern oder – ganz simpel – sein Geschlecht. Das erlaubt es, die Namenssuche einzuschränken. Hier eine Ansammlung an Internetseiten:

Generelle Vornamen

Wenn man sich einen Namen basteln will

 Wenn man nach Thema oder Herkunft aussuchen will

Namen in Fantasy

4. Namensbedeutung

Hat man bereits eine generelle Vorstellung vom Charakter und kann ihm sogar ein grobes Thema zuschreiben, kann man sich J.K. Rowling als Beispiel nehmen und diese Thematiken einfach in eine andere Sprache übersetzen oder eine Metapher dafür hernehmen. So wird aus einem Werwolf Remus Lupin, aus jemand Hübschem Lily, und aus jemand Erstem Severus.

5. Auswürfeln

Scheitern alle Methoden, kann man sich immer noch einen 26-seitigen Würfel schnappen (oder das Alphabet in Konsonanten und Vokalen getrennt aufschreiben, mit einem Stift darüberfahren und einen Freund „STOPP!“ schreien lassen), und die Buchstaben nach der Reihe auswürfeln. Wechselt man sich mit Konsonanten und Vokalen ab, erhält man sogar Wörter, die eine menschliche Zunge aussprechen kann.

6. Eine Liste schreiben

Das ist ein laufender Prozess, den man entweder auf dem Handy oder in einem Notizbuch oder sogar auf einer herumliegenden Serviette ausführen kann. Wann immer man im Alltag interessante Namen aufschnappt, schreibt man sie für die spätere Verwendung nieder. Diese Alltagsnamen können aus Planetendokus oder Informationenseiten über Schauspieler (deren Kinder in der Regel recht kreative Namen haben) stammen oder auf echten Personen basieren, wie zum Beispiel dem Lieblingsautoren. Allerdings sollte man dabei auf die Privatsphäre des jeweiligen Menschen achten und die Ähnlichkeit unbedingt in Grenzen halten. Bleiben wir bei dem Lieblingsautoren; statt einen Charakter J.K. Rowling zu taufen, wähle entweder Joanne oder Katherine oder Rowling, aber nicht in einer Zusammenstellung, in der der Leser denken könnte, der Autor wolle DIE J.K. Rowling porträtieren. Dieselbe Regel gilt bei weniger bekannten Individuen, um nicht zu sagen allen.

Die Chancen stehen gut, dass du inzwischen einen passenden Vornamen gefunden hast. Doch wie sieht es mit dem Nachnamen aus? Hier gelten natürlich dieselben Tricks wie für Vornamen (eine vielfältige Namensliste findest du hier). Zusätzlich kann man es sich hier erlauben, Referenzen oder sprechende Wörter zu verwenden, wie Morgenstern für einen Bösewicht (biblische Referenz) oder Lovelace für ein Unschuldslamm (eine Assoziation von Liebe und Spitze).

Jetzt bist du dran. Wie findest du deine Charakternamen? Verfolgst du eine Methode, die wir noch nicht genannt haben? Verlinke auch gern deine go-to Internetseiten für Namensvorschläge, um anderen Autoren die Suche zu erleichtern.

*Mit verlinkten Websiten hat Writenia nichts zu tun und verspricht sich davon auch keinen Gewinn. Es sind lediglich Vorschläge.

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