Zu viele Charaktere – Wie bewahre ich den Überblick?

Wie wir alle wissen sind es die Charaktere, die einem Buch erst so richtig Leben einhauchen. Aber was ist, wenn es zu viele werden? Vielleicht bei einer mehrteiligen Reihe, einem langen Buch oder bei einem kurzen Buch (das wir vielleicht einmal von zu vielen Charakteren befreien müssten?) – so oder so müssen wir Übersicht bewahren.

In meinem Buch Schwarze Federn gibt es seeeeehr viele Charaktere und deshalb kenne ich mich ganz gut damit aus, wie man die alle zähmt und dann auch noch überblickt, wie sie so drauf sind… und die ganzen Namen auch noch… Daher möchte ich euch hier einmal ein paar Tricks mit auf den Weg geben, wie ihr mit so vielen Charakteren umgehen könnt.

 

 

1. Ausmisten: Nein, wirklich. Ausmisten sollte das erste sein, was ihr bei vielen Charakteren tut. Obwohl man da vermutlich noch einmal unterscheiden sollte. Viele Charaktere sind eine Sache, aber fraglich ist eben auch, ob es so sinnig ist ihnen allen einen Namen zu geben. Denn dann wird es eben besonders kompliziert und spannend, gerade für den Leser. Und braucht der Charakter, der nur mal durch die Seite geflitzt ist und nicht mehr als zwei Erwähnungen bekommen hat, wirklich einen Namen und eine ganze Geschichte? Authentische Nebencharaktere sind wichtig – aber solche mit so wenig Auftritten sollten vermutlich einfach umbenannt bleiben und müssen somit auch in keiner Datenbank auftauchen. Gerade für den Leser ist es einfacher, wenn Charaktere, die eh nicht wichtig sind, keine Namen habend. Davon ganz abgesehen ist es natürlich auch für den Autoren eine unheimliche Erleichterung. Doch zu der Datenbank kommen wir jetzt.

2. Aussortiert? Prima. Ich denke, dass die meisten von uns eine Datenbank mit ihren Charakteren haben, aber ansprechen möchte ich diesen wichtigen und simplen Trick dennoch. Es ist ganz egal, wie man so eine Datenbank organisiert – ob das jetzt ein Ordner auf dem PC (oder direkt im Schreibprogramm) mit Textdokumenten ist, die nach den Charakteren benannt sind oder ein echter Ordner aus Papier oder vielleicht sogar ein Notizbuch ist… das ist egal. Ich bin ein Fan von Übersicht, daher gibt es in meinem Schreibprogramm einen Ordner mit allen Charakteren. Die einzelnen Dokumente tragen deren Namen, so finde ich sie schnell und einfach. Manchmal gibt es sogar Unterordner, so zum Beispiel bei Schwarze Federn – also gibt es dann im Charakterordner einen Ordner mit Engeln, einen mit Dämonen,… Übrigens habe ich zu den Datenbanken noch einen wichtigen Hinweis: Ihr habt jetzt zwar all eure Charaktere aufgelistet, aber findet ihr auch schnell alle wichtigen Informationen? Bei mir sind die Textdokumente gleichzeitig die Charaktersteckbriefe. Aber die ersten paar Zeilen sind ein Kurzsteckbrief: die wichtigsten Basic-Daten (Name, Alter,…), das Aussehen auf einen Blick (am liebsten mit Foto) und ganz grob die wichtigsten Charaktereigenschaften. So sehe ich auf den ersten Blick alles, was wichtig ist. Wenn ich nach unten scrolle, finde ich alle anderen Informationen.

3. Mindmaps! Ich liebe Mindmaps. In Datenbanken werden die Beziehungen der Charaktere meiner Meinung nach nicht schnell und klar ersichtlich und genau deshalb arbeite ich sehr gerne mit Mindmaps – gerade mit selbst gezeichneten. Ich schreibe mir alle Charakternamen auf und um die Charaktere die wichtigsten Merkmale und das Aussehen. Dann verbinde ich sie miteinander und beschrifte diese Verbindungslinien bzw. kennzeichne sie farbig. So weiß ich immer, wer zu wem wie steht und wieso – und wer wie ist. Für mich persönlich sind solche Mindmaps eigentlich die beste Methode, nur werden sie bei vielen Charakteren gerne etwas unordentlich. Daher kann man sie aber nochmal unterteilen in verschiedene Gruppierungen und und und… die Möglichkeiten sind unendlich und hier ist wohl einfach die eigene Kreativität gefragt. Und da wir ja alle Autoren sind, sind wir ja auch gaaaaaanz kreativ 😀

 

 

Ich arbeite meistens mit diesen drei Methoden. Allgemein merke ich mir das Meiste aber auch ganz einfach. Tools, die mir bei der Organisation ganz besonders helfen, sind übrigens Scrivener, Campfire, Bubbl.us und mein Block 🙂

Wie organisiert ihr eure Charaktere und hattet ihr jemals ein Problem mit zu vielen davon? Schreibt es doch in die Kommentare oder lasst es uns sonst irgendwie wissen, zum Beispiel auf Instagram 🙂

– Mia (Halo Fulbright)

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