Fantasy-Völker – 3 unschlagbare Wege für mehr Realismus

Lange, spitze Ohren oder messerscharfe Zähne, die einen in Sekundenschnelle töten können. Das Genre Fantasy ist überladen mit unzählbar vielen Rassen und Völkern – manche davon allgemein bekannt wie die Zwerge, manche Neuschöpfungen diverser Autoren. Sie erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit und machen fremde Welten oder Universen erst richtig glaubhaft und lebendig. Aber wie stellt man Fantasy-Völker, egal ob eigen oder bereits bekannt, realistisch und völlig authentisch dar? Das erfahrt ihr in unserem heutigen Artikel!

3 unschlagbare Wege, um Fantasy-Völker realistisch darzustellen

Obwohl im Titel die Rede von Völkern ist, lassen sich diese drei Tipps auch super auf ganze Rassen anwenden. So könnt ihr sogar Werwölfe oder Vampire so lebhaft und realistisch gestalten, dass sie nicht sofort (v)erschreckend wirken.

Viele Autoren sind etwas planlos, wenn es darum geht, ein Volk oder eine Rasse zu erschaffen, und tendieren zunächst einmal dazu, sich viel zu sehr den Kopf zu zerbrechen oder sogar vor der Herausforderung zurückzuschrecken. Dabei sind wir uns hoffentlich alle einig, dass das ganze zumindest in Grundzügen der Erschaffung eines Charakters ähnelt. Wir wollen möglichst viele Informationen, die nicht wahllos zusammengewürfelt sind, sondern zusammen Sinn ergeben und wir wollen Stärken und Schwächen – und vor allem wollen wir die Beweggründe für diverse Handlungen zumindest nachvollziehen können.

Oft wird nur vergessen, dass das auch bei bereits bestehenden Rassen und Völkern wirklich wichtig ist. Gerade hier hangeln sich viele Autoren gerne an Klischees entlang und so entstehen zum Beispiel verhasste Vampire, die die meisten Leser mit den Augen rollen lassen. Deshalb sollte man auch in die „Wiederverwertung“ bereits bekannter Völker und Rassen einiges an Arbeit stecken und sie erstmal behandeln wie eine eigene Kreation, für die man schon ein grundlegendes Konzept hat, die aber noch zurechtgeschliffen werden muss. Daher – und weil wir sie eben alle kennen – möchte ich bei meinen Tipps bereits bekannte Rassen als Beispiel verwenden. Los geht’s!

1. Werte und Gründe: Alles was wir tun, hat ganz bestimmte Gründe und ohne diese zumindest mal erfahren zu haben, sollten wir nicht einfach über das Handeln anderer urteilen. Doch kommen wir zunächst zu den Werten; bereits im jungen Kindesalter vermitteln uns unsere Eltern gewisse Werte und Verhaltensmuster. Zum Beispiel haben wir alle bestimmt schonmal um die Aufmerksamkeit unserer Eltern geeifert, während die sich unterhalten oder telefoniert haben. Irgendwann, nach vielen Ermahnungen und klaren Ansagen, haben wir gelernt, dass es unerwünscht und unhöflich ist, andere Leute in Unterhaltungen zu stören. Doch Personen, die das nie erfahren haben, werden es auch als normal wahrnehmen, andere einfach zu unterbrechen und für sich zu gewinnen. Reden wir jetzt zum Beispiel von Elfen, die total arrogant und eitel wirken, können wir sie sehr schnell deutlich angenehmer und runder gestalten: so ist es in ihrer Kultur zum Beispiel unheimlich wichtig, immer gepflegt und gut gebildet zu sein – und alles andere ist ihnen fremd und erscheint ihnen seltsam. Für Rassen und Völker sollte man also ebenfalls diese Werte festlegen. Alles, was nicht direkt auf den Werten basiert, muss aber dennoch eine Begründung haben. Wenn es keine schlüssige (oder für das Volk schlüssige) Begründung gibt, kann man an dieser Stelle auch sehr leicht auf Mythen, Traditionen oder Religion zurückgreifen.

2. Dämonisierungen vermeiden: Im Prinzip hängt dieser Punkt noch einmal sehr stark mit dem ersten Tipp zusammen, aber er bezieht sich hauptsächlich auf böse Völker, auf böse Rassen. Wie bei Antagonisten geht es nicht darum, jemanden oder eine Gruppe als endlos und vor allem grundlos böse darzustellen. So geht jegliches Verständnis und alles an Sympathie verloren, aber vor allem wird so etwas dem Leser früher Oder später gehörig auf die Nerven gehen. So sollte man also drauf achten, dass jede noch so böse Handlung aus der Sicht „der Bösen“ einen nachvollziehbaren und validen Grund hat. Das macht die Handlung aus unserer Sicht, der des Lesers oder der des Protagonisten zwar nicht gut und das soll es auch nicht- aber plötzlich wirkt es gleich viel realistischer und wir können bis zu einem gewissen Punkt mitfühlen und Verständnis aufbringen. Darum geht es hier. Genauso wichtig wie Werte und Gründe sind also auch gewisse Ziele – jeder erhofft sich eine bestimmte Folge zu seinen Taten und Handlungen. Das sollte der Leser auch bei gruseligen Sekten oder gemeinen Völkern zu spüren bekommen. Sie sind nicht einfach nur böse, weil wir einen Antagonisten brauchen.

3. Kultur: Jedes Volk, jede Rassen oder jede Gruppe zeichnet sich kulturell ganz sicher aus. So werden sie wirklich lebhaft und bekommen viel mehr Tiefe. Sie sollen nicht nur existieren, um in der Geschichte einen Plot voranzutreiben (inzwischen zumindest nicht unverständlich und ohne Begründung), sondern sie sollen realistisch sein und auch ohne unsere Geschichte funktionieren. Alles, was wir in unser Buch einbauen, sollte auch alleine standhaft sein- ein Charakter sollte ein normales Leben führen können und ein Volk seinem Alltag nachgehen. Dazu gibt es viele Kleinigkeiten, die man sich ganz leicht und schnell überlegen kann. Es fängt an bei Dingen wie Kunst und Musik- gibt es überhaupt Musik? Gibt es Instrumente oder wird geklatscht und gesungen? In welche Richtung geht die Musik? Genauso bei der Kunst- vielleicht verstehen manche Rassen unter Kunst ja Kämpfe oder Tänze und haben eine völlig andere Auffassung als wir. Was sind Traditionen, die man ganz klar diesem einen Volk zuschreiben kann? Feiern sie Weihnachten oder etwas vergleichbares? Und was finden sie bewundernswert? Vielleicht ist es wie bei den Wikingern, dass alle zu den großen Kriegern aufschauen und selbst einmal an deren Stelle stehen wollen. Oder Weisheit ist das, was dort alle beeindruckt. Wie sehen Außenseiter in so einer Gruppe aus? Sind es die Nerds? Oder die, die oberflächlich sind? Hier könnt ihr euch wirklich austoben und zu allem möglichen Gedanken machen. Kleidung, Essen und Körpersprache sind nur ein paar Ideen- aber gerade solche Details werden eure Kreationen erst wirklich realistisch machen.

Wie ihr seht, hat die Erschaffung von Völkern oder Rassen sehr viel Ähnlichkeit mit der Erschaffung eines normalen Charakters. Hier kann man auch einem ganzen Stamm Eigenschaften zuschreiben- zum Beispiel sind die Leute dort allgemein sehr neugierig oder barbarisch. Ihr solltet nur bedenken, dass einzelne Personen immer von „der Norm“ abweichen werden. Aber vielleicht ist es genau das, was ein Volk auszeichnet: alle sind gleich.

Lasst eurer Kreativität freien Lauf und präsentiert uns gerne eure Ergebnisse!

– Mia

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