Plotten leicht gemacht: Die Puzzlemethode

Man lernt nie aus, so geht das Motto. Auch auf uns Autoren trifft es zu. Als Schreiberlinge sollten wir immer mal wieder die neusten Methoden des Schreibhandwerks testen, denn vielleicht entdecken wir einen Aspekt, den wir in unseren Alltag einbauen wollen. Deshalb macht Writenia es sich zur Aufgabe, regelmäßig eine dieser Methoden vorzustellen. Heute ist die sogenannte Puzzlemethode dran, die sich hervorragend zum Plotten eignet. 

Puzzlemethode – was ist das eigentlich ? 

Sie ist für alle Autoren geeignet, die weder vollblütige Pantser noch Plotter sind, sprich: Du bist hier an der richtigen Adresse, wenn du Planung brauchst, aber auch Freiheit beim Schreiben. 

Es wundert mich nicht, wenn du den Begriff “Puzzlemethode” zum ersten Mal liest, denn die Methode habe ich sozusagen zufällig erfunden. Es begann alles damit, dass ich nicht wusste, wie ich den zweiten Band von #TOD plotten sollte. Ich hatte Plotpunkte, also lag es nicht an mangelnden Ideen, ich wusste nur nicht, wie ich sie zusammenfügen bzw aneinanderreihen sollte. Dann kam mir die Idee mit der Puzzlemethode, und ich war gerettet. 

Welche Nachteile hat die Methode? 

Zum einen kann es passieren, dass dein Fußboden kurzfristig unpassierbar wird (siehe unteres Bild). Außerdem ist es viel Zeitaufwand, was jedoch bei den meisten Plotmethoden der Fall ist.

Was sind die Vorteile? 

Bei der Methode findet man etwas vom Pantser und vom Plotter, da sie einen Rahmen erstellt, ihn aber nicht vollständig ausfüllt. Außerdem macht man sich gründliche Gedanken über sein Buch und lässt dabei seine Fantasie spielen, was immer ein Gewinn ist. 

Wie verwende ich die Puzzlemethode? 

Einfach gesagt, man puzzelt die Handlung des Buchs zusammen. Aber beginnen wir am Anfang. Zuerst brauchst du eine grobe Ahnung, was geschehen soll, am besten kennst du schon ein paar Plotpunkte. Event A, Event M und Event X reichen schon, angenommen das Buch besteht aus den Events A bis Z. Als Nächstes nimmst du dir einen Stapel Karteikarten, einen Stift und einen Teppich. (Tipp: Ob Teppich oder Schreibtisch ist egal. Hauptsache es ist eine Fläche mit ausreichender Größe, auf der die Karteikarten ruhig länger liegen können, ohne dass sie im Weg sind oder der Wind daraus ein Chaos anrichten kann.) 

Los geht’s. Schreib jedes Event auf eine Karte, damit alles schön übersichtlich ist. Während du schreibst, fallen dir vielleicht noch mehr Events ein, das können auch kleine Dinge sein wie etwa Dialogschnipsel, Charakterideen oder eine Szenenbeschreibung. 

Nimm dir dafür ruhig Zeit, gern mehrere Tage. Kreativität ist nichts, was man auf Knopfdruck abrufen kann. Schreib dir alle kommenden Ideen zu der Handlung auf, die dir gefallen. Wenn du dir dabei wie ein Antagonist mit einem Grinsen die Hände reibst, bist du auf dem richtigen Weg. 

Nach einer gründlichen Sammelphase geht es ans Puzzeln. Momentan liegen die Karteikarten noch kreuz und quer durcheinander, deine Aufgabe ist es, sie richtig zusammenzusetzen. Lies dir die Karten aufmerksam durch und überlege, nach welchem Muster du sie ordnen kannst. Ein Zeitstrahl hilft immer, also versuch einzuschätzen, wann die Events der logischen zeitlichen Abfolge nach auftreten werden. Ein simples Beispiel: Du hast Event D (die Prinzessin wird ermordet) und Event F (auf den Mord hin schmiedet der Prinz Rachepläne). F ist von D abhängig, deswegen liegt im Zeitstrahl F auf jeden Fall rechts von D. 

Die Abhängigkeit kannst du markieren, indem du die Karten entweder untereinander/nebeneinander anordnest, oder indem du sie mit Schnüren verbindest. 

Ein Puzzle lässt sich nicht an einem Tag vollenden, also nimm dir Pausen, wenn dein Gehirn raucht. Der Plot eilt nicht. Lieber gründlich als unordentlich. 

Wenn du fertig bist, kann das Puzzle zum Beispiel so aussehen: (Ein unscharfer Auszug aus meiner Instagram Story, aber das wichtigste erkennt man. Es hat eine Struktur, die nur der Autor kennt.)

Jetzt hast du ein gutes Auffangnetz für dein Buch. Du wirst nicht jede Lücke in der Handlung gefüllt haben, aber wir sind ja auch keine Plotter. Als Halbblüter brauchen wir ein wenig Lockerheit. 

Jetzt bist du dran: Hast du Fragen oder Anmerkungen? Mich würde es interessieren, ob du dieser Methode schonmal über den Weg gelaufen bist. Wie plottest du?

–Eileen/Tinker

2 Replies to “Plotten leicht gemacht: Die Puzzlemethode”

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s